Wildunfall und Ausweichfälle

Im Zusammenhang mit einem Wildunfall oder sog. Ausweichfällen kommt es immer wieder zu Problemen und Rechtsstreitigkeiten zwischen Fahrer, Versicherung und Unfallteilnehmern.

Alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall

Wildunfall und Ausweichfälle

Man kann von Glück reden, wenn es nur zu einem Blechschaden kommt. 20 Verkehrstote durch Wildunfälle pro Jahr sind keine Seltenheit. Dazu kommen über 220.000 Rehe, 12.000 Wildscheine und zahlreiche weitere Vierbeiner. Mitunter kann der Straßenverkehr sogar bestandsbedrohend sein: 80 Prozent aller Wildkatzen sterben durch einen Autounfall, bei den Fischottern sind es 70 Prozent.

Was muss ich bei einem Wildunfall beachten?

  • die Unfallstelle ist zu sichern (Warnblinklicht, Warndreieck) und Verletzte zu versorgen beziehungsweise Rettungskräfte zu rufen.
  • der Wildunfall muss der Polizei und/oder dem örtlichen Jäger gemeldet werden, es sei denn, es handelt sich um Kleintiere wie Igel oder Frösche.
  • ein totes Tier sollte wegen der Infektionsgefahr (zum Beispiel Tollwut) nur mit Handschuhen angefasst und an den Straßenrand gezogen werden. Verletzte Tiere nicht anfassen, sonder dies dem Förster überlassen.
  • Das tote Tier nicht mitnehmen, denn Wilderei ist strafbar.
  • nicht weiterfahren und das Tier ohne Meldung zurücklassen. Dies verstößt gegen das Tierschutzgesetz und man macht sich strafbar.
  • Für Unfallbeteiligte, Mitfahrer, die Wildschaden-Versicherung muss der Wildunfall von der Polizei oder dem Jäger aufgenommen werden. Um den Unfall als Wildunfall zu dokumentiern sollten Sie Fotos aufnehmen und Zeugenadressen notieren.
  • Mehr zum Verhalten bei einem Unfall finden Sie in unserer Checkliste Unfall

 

Wer zahlt welche Schäden bei Wildunfall und Ausweichmanöver?

Beschädigungen an anderen Fahrzeugen, Leitplanken oder sonstige Schäden übernimmt die Haftpflichtversicherung. Den Schaden am eigenen Auto dagegen deckt die Kaskoversicherung ab. Die Teilkasko zahlt allerdings nur dann, wenn der Schaden ausreichend dokumentiert und nachgewiesen wird. Um hier keine Fehler zu machen, beauftragen Sie eine spezialisierten Rechtsanwalt sofort nach dem Wildunfall.

Die Teilkasko zahlt nur bei Haarwild und nicht bei Kleintieren.
Weicht der Fahrer einem Kleintier wie etwa einem Hasen aus und es kommt zu einem Schaden, zahlt die Teilkasko nicht, da der Schaden durch den Aufprall in der Regel geringer gewesen wäre als durch das Ausweichmanöver (sog. Kleintierklausel). Ab Wildschweingröße etwa werden auch Schäden durch Ausweichmanöver in der Regel reguliert.

 

Schadenersatz bei Verkehrsunfall durch Ausweichen ohne Berührung

Der Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 263/09) führte in dem Urteil aus, dass ein Schadenersatzanspruch nach einem Verkehrsunfall auch dann bestehen kann, wenn es nicht zu einer Berührung der Fahrzeuge gekommen ist oder der Ausweichende diese Reaktion subjektiv für erforderlich halten musste.

Es ist also nicht zwingend notwendig, dass das Motorrad und der andere Unfallbeteiligte, z.B. ein PKW oder LKW, sich berührt haben.

Justus rät:

Wenden Sie sich bei einem Wildunfall oder Unfall nach Ausweichmanöver an uns. Wir sind auf das Verkehrsrecht spezialisiert und bieten eine kostenfreie Erstberatung.

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